Macht PSA-Screening Sinn?

 

Früherkennung soll Prostatakrebs im heilbaren Stadium erkennen. Als heilbar gilt nur der Krebs, welcher bei Diagnose auf die Drüse begrenzt ist. Diese Vorstellung verkennt, dass gefährliche Prostatakrebse bereits metastasieren können, wenn sie noch klein sind und lokal begrenzt wachsen. 

 

PSA ist ein BioMarker – kein TumorMarker

PSA heißt Prostata Spezifisches Antigen. Dies Eiweiß wird in jeder Prostata Zelle produziert. Es schützt Samenzellen vor dem hohem Druck bei der Ejakulation und vor Verklumpung. Bei BPH (gutartiger Vergrößerung/Adenom) liegen mehr PSA produzierende Zellen vor, der PSA Wert steigt also an.

Während 1 g Prostata-Gewebe ca. 0,3 ng/ml PSA täglich erzeugt, produziert 1g Krebsgewebe  bis zwölfmal soviel PSA. Da Prostatakrebs-Zell-Membranen defekt sind und damit undicht, diffundiert ihr PSA über die Lymphe in das Blut, was die abnorme PSA-Dynamik auslöst, welche den Krebsverdacht begründet. 

 

Kein PSA beweist ob a) Prostatakrebs vorliegt b) wie gefährlich er wächst (Grading) oder c) seine Ausdehnung in Körper (T -Stadium).      66 % - 75% aller Männer mit „erhöhten“ PSA Werten haben keinen  Prostatakrebs, 20% aller Männer mit gesicherten Prostatakrebs zeigen „normale“ PSA Werte.

 

Psychovegetative Reize erhöhen den PSA Wert ebenso wie Prostatitis, sportliche Belastung, sexuelle Aktivität und die benigne Prostata Hyperplasie (BPH).

 

Derzeit nehmen 18-20% aller gesunden, symptomfreien Männer über 45 Jahre am PSA Screening teil. Diese Strategie verfehlt seit 1971 ihr erklärtes Ziel, die Todesfallzahl an Prostatakrebs durch Früherkennung zu senken.

 

Damals starben über 12.000 Männer an Prostatakrebs, weshalb die Gesetzlichen Krankenkassen die "Prostatakrebs-Vorsorge" einführten.   

 

Laut Robert-Koch-Institut ließ PSA-Screening von 1994 - 1998  die Zahl der Neuerkrankungen um 32 % steigen.    

Ab 1998 ist Prostatakrebs häufigste Krebserkrankung Deutscher Männer .

2014 wurden 70.100 Neuerkrankte gefunden.

2010, nach 40 Jahren  "Prostatakrebs-Vorsorge", verstarben immer noch 12.676 Männer an Prostatakrebs.

 

 

Die Früherkennung hat die Zahl fortgeschrittener Prostatakrebse deutlich reduziert: waren 1983 bei Diagnose 25% aller Prostatakrebse metastasiert, sind dies heute 2%. Über 50% aller Neuerkrankten tragen einen nicht oder nur wenig aggressiven Prostatakrebs; winzige Prostatakrebse [pT1c] werden immer häufiger gefunden. Behandlung der die Lebenserwartung nicht einschränkenden Krebse führt zu (meist operativer) Übertherapie, was für Betroffene lebenslang miserable Lebensqualität bedeuten kann. PSA Screening führt zu Überdiagnostik und Übertherapie.

 

Immer mehr Männer beklagen, dass ihre Urologen sie bei steigenden PSA-Werten massiv zur Biopsie drängen. Ihre Befürchtungen, wie die damit möglicherweise ausgelöste Aussaat von Krebszellen, werden weder ernst genommen noch sachlich ausgeräumt.                                                                         

Die Berechnung der PSA-Verdopplungszeit vermeidet unnötige Biopsien denn sie zeigt sicher, ob der verdächtige PSA-Anstieg das Wachstum von Prostatakrebs signalisiert. 

 

Üblicherweise sichert das mpMRT (multiparametrische Prostata MRT) die Indikation zur invasiven Diagnostik, die idealerweise mrt-navigiert durch den Damm erfolgt. 

 

Wird Prostatakrebs gesichert, dessen Wachstum eine riesige Spannbreite zwischen „unbedrohlichen“ und lebensgefährlichen Wachstumsformen zeigt, sollte vor therapeutischen Überlegungen die DNA-Karyometrie sein Bedrohungspotential objektivieren. 

 

 

 

 

 

Mein Ebook: "Prostatakrebs-denn sie wissen nicht was sie tun."

 

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grafische Darstellung der Folgen des PSA
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